Lehrlingsmediation

Klarheit schaffen in einer Lehrlingsmediation.

Manchmal kommt zu einem vorzeitigen Ende, was mit guter Hoffnung begonnen wurde. So ist es sowohl für den Lehrbetrieb als auch den Lehrling möglich, zum Ablauf des ersten oder zweiten Lehrjahres den Lehrvertrag einseitig aufzulösen (Ausbildungsübertritt nach §15a Berufsausbildungsgesetz). Falls der Lehrberechtigte den Vertrag auflöst, so ist vorher mindestens eine Mediationssitzung mit dem Lehrling erforderlich (Lehrlingsmediation). Der Lehrling kann eine Vertrauensperson seiner Wahl mitbringen, bei nicht volljährigen Lehrlingen muss auch der gesetzliche Vertreter teilnehmen.

Die Mediation muss durch einen eingetragenen Mediator durchgeführt werden. Im Unterschied zum Lehrberechtigten kann der Lehrling die Teilnahme an der Mediation auch ablehnen.

Was kommt auf uns zu?

Die Mediation dient dazu …

  • … für alle Beteiligten klar auf dem Tisch liegen, wie es zur aktuellen Situation kommen konnte.
  • … auszuloten, ob und unter welchen Bedingungen das Lehrverhältnis fortgesetzt werden kann.

Der Mediator ist dabei inhaltlich absolut neutral. Er gibt keiner Seite Ratschläge und vertritt weder das Unternehmen als „Mitankläger“ noch bittet er auf Seiten des Lehrlings um eine letzte Chance. Er kümmert sich stattdessen um eine positive Gesprächsatmosphäre, in der sowohl das Unternehmen als auch der Lehrling angemessen zu Wort kommen können. Zudem behält er die gesetzlichen Ziele der Mediation im Auge, führt durch das Gespräch und hält die erzielten Ergebnisse fest.

Unabhängig vom Ergebnis können beide Seiten nur profitieren. Der Betrieb erhält Informationen aus erster Hand darüber, was künftig in der Lehrlingsausbildung verbessert werden kann. Gerade in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels kann das ein sehr wertvolles Feedback darstellen. Lehrlinge erhalten Rückmeldung darüber, wie sie künftig ihre Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen können und wo ihre aktuellen Stärken und Schwächen liegen.

Mögliche Ergebnisse

Die Mediation ist dann beendet, wenn …

  • … der Lehrberechtigte auf die geplante Auflösung des Lehrverhältnisses verzichtet.
  • … der Lehrling zustimmt, nicht auf der Weiterführung des Lehrverhältnisses zu bestehen.
  • … der Mediator die Mediation abbricht (z.B. bei Aussichtslosigkeit)

Wird keines dieser Ergebnisse erzielt, so endet die Mediation jedenfalls automatisch wie im Berufsausbildungsgesetz festgelegt (BAG).

Individuelle Vereinbarungen wie z.B. die einvernehmliche Lösung des Lehrverhältnisses können natürlich ebenfalls im Zuge der Mediation getroffen werden.

Schritte zur Lehrlingsmediation

Die außerordentliche Auflösung des Lehrverhältnisses ist an zahlreiche Fristen und Formalitäten gebunden. Eine rechtzeitige Rechtsberatung ist für alle Beteiligten in jedem Fall empfehlenswert.

Weitere Informationen für Betriebe finden sich hier:

Informationen für Lehrlinge bietet z.B. die Arbeiterkammer

Fragen zur Mediation selbst können Sie im Vorfeld unverbindlich mit mir klären. Auf Anfrage sende ich Ihnen gerne Informationen zu Umfang und Kosten von Pauschalpaketen für die Lehrlingsmediation zu.

Kontaktieren Sie mich einfach telefonisch oder per email.