Sie haben das Gefühl, bei wichtigen Themen aneinander vorbeizureden. Diskussionen enden im Streit. Vielleicht fragen Sie sich bereits, warum sich dieser oder jener Konflikt einfach nicht lösen lässt.
Konflikte gehören zum Leben. Werden sie jedoch nicht gelöst, können sie Beziehungen, Familien und Unternehmen nachhaltig belasten.
Auf dieser Seite erfahren Sie, warum sich Konflikte verhärten, welche Lösungswege möglich sind und wann professionelle Unterstützung sinnvoll sein kann.

Welche Unterstützung gibt es bei schwierigen Konflikten?
Entscheidung durch Dritte
Wenn alle eigenen Bemühungen, einen Konflikt zu lösen, scheitern, ist die Versuchung groß, jemand anderen entscheiden zu lassen. Ein Machtwort soll gesprochen werden. Üblicherweise erfolgt das durch einen frei gewählten oder bestellten Schiedsrichter, durch Vorgesetzte oder vor Gericht.
Solche Schiedssprüche haben jedoch meist den bitteren Beigeschmack von Sieg und Niederlage. In der Praxis zeigt sich, dass Konfliktlösungen, die einen Sieger und einen Verlierer zurücklassen, oft nicht nachhaltig sind. Die Lunte glimmt weiter, der Konflikt flackert an anderer Stelle wieder auf.
Kooperative Konfliktregelung
Besser ist es, Lösungen anzustreben, die auf einer wechselseitigen Übereinkunft beruhen, in der die Bedürfnisse aller Beteiligten so weit wie möglich berücksichtigt sind. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Konfliktparteien miteinander reden und vor allem einander zuhören können. Und genau das ist oft so schwierig, besonders, wenn der Konflikt eine lange Geschichte hat oder die Positionen stark verfestigt sind.
Wo die Konfliktparteien alleine nicht weiterkommen, benötigen sie Unterstützung durch einen Dritten, der neutral und allparteilich durch die Verhandlungen führt. Diese Aufgabe übernimmt der Mediator und der Verhandlungsprozess heißt dann Mediation.
Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Konflikt für eine Mediation geeignet ist, biete ich Ihnen unverbindlich ein kostenloses Klärungsgespräch an.
Im Folgenden beantwortet diese Seite häufige Fragen zu Konflikten und Eskalation.
Sie möchten Ihren Konflikt zunächst allein analysieren?
Nicht immer ist sofort ein gemeinsames Gespräch möglich oder sinnvoll. In einer Konfliktklärung betrachten wir Ihre Situation vertraulich, ordnen Interessen und Handlungsmöglichkeiten und entwickeln mögliche nächste Schritte.
Warum sind manche Konflikte so schwer zu lösen?
Manchmal, so scheint es, gibt es keine Lösung. Zu weit sind die Positionen auseinander, zu nah sind sich die Konfliktparteien, um sich wenigstens aus dem Weg gehen zu können.
Räumliche Nähe
Nachbarn, die um Grundstücksgrenzen, Bäume, Hecken, Lärm, Müll oder den Parkplatz streiten. Nachbarn, die einander letztlich ausgeliefert sind, denn man kann sein Grundstück nicht einfach einpacken und mitnehmen.
Wirtschaftliche Nähe
- Geschäftspartner mit gegenseitigen Abhängigkeiten
- Streitigkeiten zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern
- Vermögensaufteilung bei Scheidungen
- Erbschaften, die ganze Familien zerrütten
- schwierig verlaufende Betriebsübergaben
Zwischenmenschliche Nähe
- Familien mit ihren unzähligen Streitthemen
- Obsorgethemen
- Generationenkonflikte
- Streit am Arbeitsplatz unter Kollegen
Ist Ihr Konflikt nur schwer für Sie allein zu lösen? In einem kurzen, kostenlosen Telefongespräch klären wir vertraulich und unverbindlich, worum es geht und ob Mediation für Sie hilfreich sein kann.
Warum scheitern Konfliktlösungsgespräche immer wieder?
Zur gütlichen Regelung von Auseinandersetzungen braucht es konstruktive Gespräche, in denen jede Seite darlegen kann, worum es ihr in Wirklichkeit geht.
Menschen in scheinbar unlösbaren Konflikten machen intuitiv jene Dinge, die für eine Lösungsfindung ungünstig sind. Konstruktive Gespräche werden durch folgende weit verbreitete Irrtümer über Kommunikation und Konfliktregelung stark erschwert:
Nur einer kann Recht haben: Ich darf kein Verständnis für die andere Seite zeigen – damit stimme ich den Forderungen des anderen ja zu. Die Praxis zeigt: Jede Seite erlebt ihre Sichtweise als nachvollziehbar und richtig.
Druck hilft: Ich muss Druck aufbauen, damit die andere Seite nachgibt. Die Praxis zeigt: Druck verschärft Konflikte und verhindert oft Lösungen.
Denken in Gegensätzen: Gut oder Böse. Schwarz oder Weiß. Richtig oder Falsch. Du oder Ich. A oder B. Gewinner oder Verlierer. Die Praxis zeigt: Praktikable Lösungen vereinen die Sichtweisen von A und B – oder sind gänzlich anders als bisher für möglich gehalten.
Die besseren Argumente zählen: Ich muss einfach mehr und bessere Argumente als der andere haben. Die Praxis zeigt: Argumente helfen wenig, wenn gleichzeitig kein gegenseitiges Verständnis da ist. Die Antwort ist dann oftmals: „Ja natürlich trifft das zu, aber …“
Öffentlichkeit hilft: Ich brauche weitere Personen in meinem Umfeld, die die Richtigkeit meiner Position unterstützen. Die Praxis zeigt: Je weniger Öffentlichkeit, desto besser sind die Chancen auf eine Lösung.
Wie stark können Konflikte eskalieren?
Wo es keine Lösung gibt und auch keine ausreichende Distanz hergestellt werden kann, neigen Konflikte zum Eskalieren. Ein Wort gibt das andere, jede Aktion erzeugt eine Gegenreaktion und ein Ausstieg wird immer schwerer, weil die Fronten immer mehr verhärten.
Durch Aufbau von Druck wird versucht, die andere Konfliktpartei doch noch zum Nachgeben zu zwingen. Doch das führt in der Regel nur zu einer weiteren Verschärfung, weil das Gegenüber sich gezwungen sieht, seinerseits zu reagieren. Oftmals durchläuft die Eskalation von Konflikten eine Abfolge von Eskalationsstufen.
Es geht noch um die Sache
- Stufe 1: Meinungsverschiedenheit mit Konfliktcharakter.
- Stufe 2: Intensive Versuche mit Argumenten zu überzeugen.
- Stufe 3: Druck erzeugen durch Gesprächsabbruch und Handlungen statt Worten (Schaffen von Tatsachen).
Es geht nur mehr ums Gewinnen
- Stufe 4: Verbündete für die eigene Sache suchen und Gegner denunzieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
- Stufe 5: Öffentlichen Gesichtsverlust beim Gegner herbeiführen.
- Stufe 6: Druck erzeugen durch Drohungen.
Es geht nur mehr ums Schaden
- Stufe 7: Vorsätzliche Schädigung des Gegners, begrenzter eigener Schaden wird toleriert.
- Stufe 8: Vorsätzliche Schädigung des unterstützenden Umfelds des Gegners.
- Stufe 9: Vernichtung des Gegners ohne Rücksicht auf eigene Verluste.
Wie fühlt sich ein Konflikt auf Stufe 9 an? Lesen Sie dazu die folgende Geschichte.
Woran erkenne ich, dass ein Konflikt eskaliert?
Sie erkennen stark eskalierte Konflikte an folgenden Merkmalen:
- Der Fokus verschiebt sich vom Problem auf die Person und ihre Eigenschaften: Person X ist durchtrieben, unausstehlich, böse, …,
- Die soziale Welt wird in zwei Teile gespalten: Wer hält zu mir, wer hält zur anderen Seite? Die anderen stecken unter einer Decke. Es gibt eine immer klarer werdende Trennung in Gut und Böse.
- Die Konfliktthemen werden immer mehr. Jede Kleinigkeit wird zum Thema. Es wird schwer, den Überblick zu behalten, wo es überall hakt.
Einen solchen Konflikt ohne professionelle Begleitung zu lösen, übersteigt die Kräfte der meisten Menschen. Wenn ein solcher Konflikt gelöst werden soll, ist die Begleitung durch eine außenstehende, nicht in den Konflikt involvierte Person notwendig.
Welche Konflikte können Sie nicht mehr mit Gesprächen lösen?
Konflikte ab Stufe 7 brauchen in der Regel eine Entscheidung durch Dritte (Gericht, Schiedsgericht), da sie für eine kooperative Konfliktlösungsmethode wie Mediation zu eskaliert sind.
Sie sind sich unsicher, ob Ihr Konflikt mit einer Mediation gelöst werden kann? Gerne kläre ich das mit Ihnen in einem kurzen Telefongespräch.
Welchen Ablauf hat eine erfolgreiche Konfliktlösung?
Stellen Sie eine Gesprächsbasis her. Alle Beteiligten sollten überzeugt sein, dass sie grundsätzlich miteinander reden können. Das sollte gemacht werden, bevor Sie über Probleme reden.
Zuerst ist es wichtig, ein klares Ziel festzulegen. Wenn nicht klar ist, was erreicht werden soll, fehlt allen Beteiligten die Möglichkeit zu prüfen, ob das Gespräch noch in die richtige Richtung geht.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen ein oder mehrere Themen besprochen werden. Ohne eine Liste konkreter Themen verlieren Gespräche die Struktur. Es sollte immer nur ein Thema nach dem anderen besprochen werden. Praxistipp: Schreiben Sie die Themen gemeinsam auf.
Zu jedem Thema gibt es Bedürfnisse, die der einen oder anderen Seite (oder beiden) wichtig sind. Diese müssen auf den Tisch: Was ist mir hier wichtig? Bedürfnisse sind nicht verhandelbar. Sie können aber mehr oder weniger (oder auch gar nicht) erfüllt werden. So ist beim Schließen von Kompromissen allen klar, worauf eine Seite und worauf die andere Seite verzichtet hat. Praxistipp: Bedürfnisse sind positiv formuliert. („Ich wünsche mir Anerkennung“ statt „Ich will nicht, dass du mich abwertest“)
Für jedes Thema gibt es in der Regel eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten, die die einzelnen Bedürfnisse mehr oder weniger befriedigen. Aus diesen Möglichkeiten kann dann eine Lösung ausgewählt werden. Praxistipp: Schreiben Sie alle Möglichkeiten (auch die unrealistischen) auf, bevor Sie darüber diskutieren, was alles geht oder nicht geht.
Die Lösungen zu den Einzelthemen werden aufeinander abgestimmt und ein Gesamtpaket geschnürt.
Welche Einstellung hilft bei der Lösung von Konflikten?
Konfliktlösung bedeutet ehrliches Verhandeln – klar in der Sache und respektvoll im Umgang miteinander. Nach vielen Jahren als Mediator sind mir drei Haltungen begegnet, die den Weg zur Konfliktlösung deutlich erleichtern.
Es geht nicht darum, wer Recht hat
In festgefahrenen Konflikten möchten viele Menschen zuerst klären, wer Recht hat. Das ist verständlich. Für eine gemeinsame Lösung führt diese Frage jedoch häufig in eine Sackgasse. Jede Seite erlebt ihre eigene Sichtweise als nachvollziehbar.
Fragen Sie sich: Wäre Ihnen eine tragfähige Lösung wichtiger als die Bestätigung, im Recht zu sein?
Vertrauen entsteht durch kleine Schritte
Gemeinsame Konfliktlösung braucht ein Mindestmaß an Vertrauen. Vertrauen wächst, wenn Vereinbarungen eingehalten werden. Gerade bei festgefahrenen Konflikten beginnt der Weg daher oft mit kleinen Schritten.
Fragen Sie sich: Sind Sie bereit, selbst einen kleinen ersten Schritt zu setzen, wenn dadurch eine Lösung näher rückt?
Gute Lösungen müssen nicht perfekt sein
Viele wünschen sich eine Lösung, die alle Verletzungen heilt und alle Unterschiede beseitigt. In der Praxis gelingt das nur selten.
Eine erfolgreiche Konfliktlösung bedeutet meist etwas anderes: Die wichtigsten Streitpunkte werden geklärt, Missverständnisse werden ausgeräumt und es entstehen Vereinbarungen, mit denen beide Seiten gut leben können. Unterschiedliche Werte, Persönlichkeiten oder Sichtweisen müssen dabei nicht verschwinden. Entscheidend ist, dass ein guter Umgang damit gefunden wird.
Fragen Sie sich: Wäre eine gute, tragfähige Lösung für Sie wertvoller als die perfekte Lösung?
Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit Ja beantworten können, bringen Sie gute Voraussetzungen für eine Lösung Ihres Konflikts mit.
Wie kann ich mich mental auf eine erfolgreiche Konfliktlösung vorbereiten?
Ich empfehle Ihnen folgende kleine Geschichte vom schwarzen und vom weißen Wolf, die ich gerne den Konfliktparteien zur Vorbereitung mitgebe.
Welcher nächste Schritt passt in Ihrer Situation?
In einer Mediation entwickeln Menschen eigenverantwortlich Lösungen für schwierige Konflikte. In einer Konfliktklärung für Einzelpersonen wird im Einzelgespräch ein detaillierter Blick auf die Konfliktsituation und die eigenen Handlunsgmöglichkeiten geworfen.
Sie müssen sich jetzt nicht für das eine oder andere entscheiden. Klären wir das am besten persönlich in einem telefonischen Klärungsgespräch. Dieses dauert 10–15 Minuten und ist vertraulich, unverbindlich und für Sie kostenlos.
Im Gespräch geben Sie mir einen groben Überblick über Ihre Situation und ich stelle einige Fragen zum Eskalationsgrad, zu den beteiligten Personen und Ihren persönlichen Zielen. So kann ich Ihre Situation grob einschätzen und beantworte natürlich gerne Ihre Fragen. Gemeinsam überlegen wir, was der nächste Schritt für Sie sein kann.
Unverbindlich. Vertraulich. Telefonisch.
Sie müssen während des Gesprächs keine Entscheidungen treffen. Es hilft Ihnen aber dabei, in der Folge den für Sie passenden nächsten Schritt zu bestimmen.
Sie können auch gerne
Mehr zu Ablauf, Kosten und Grenzen einer Mediation erfahren
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