Sie haben das Gefühl, bei wichtigen Themen aneinander vorbeizureden. Diskussionen enden im Streit. Vielleicht fragen Sie sich bereits, warum sich dieser oder jener Konflikt einfach nicht lösen lässt.
Konflikte gehören zum Leben. Werden sie jedoch nicht gelöst, können sie Beziehungen, Familien und Unternehmen nachhaltig belasten.
Erfahren Sie auf dieser Seite, wie Konflikte entstehen und eskalieren – und vor allem: Was Sie tun können, um Konfliktlösungen zu erleichtern.

Wir haben eine Meinungsverschiedenheit – ist das ein Konflikt?
Meinungsverschiedenheiten allein sind noch keine Konflikte. Wesentlich für einen Konflikt ist, dass sich mindestens ein Betroffener in seiner Freiheit zu handeln, zu denken oder zu entscheiden eingeschränkt fühlt. Das ist die Saat für weitere Eskalation.
Welcher Konfliktlösungstyp sind Sie?
Konflikte sind alltäglich. Daher hat jeder Mensch bevorzugte Strategien, um mit ihnen umzugehen:
- Es einfach gut sein lassen, wenn das Thema nicht wichtig genug ist.
- Kompromisse schließen.
- Streit aus dem Weg gehen durch Herstellung von Distanz.
- Nachgeben und Nachteile in Kauf nehmen.
- Jede Kleinigkeit ausfechten.
- Verleugnen der Konflikte, sofern das möglich ist.
- Die Entscheidung einem Dritten (Eltern, Schiedsrichter, Richter) überlassen.
Oftmals stoßen Menschen bei bestimmten Konflikten mit ihrer bevorzugten Strategie an ihre Grenzen. Dann kann externe Unterstützung bei der Konfliktlösung neue Möglichkeiten öffnen.
Warum sind manche Konflikte so schwer zu lösen?
Manchmal, so scheint es, gibt es keine Lösung. Zu weit sind die Positionen auseinander, zu nah sind sich die Konfliktparteien, um sich wenigstens aus dem Weg gehen zu können.
Räumliche Nähe
Nachbarn, die um Grundstücksgrenzen, Bäume, Hecken, Lärm, Müll oder den Parkplatz streiten. Nachbarn, die einander letztlich ausgeliefert sind, denn man kann sein Grundstück nicht einfach einpacken und mitnehmen.
Wirtschaftliche Nähe
- Geschäftspartner mit gegenseitigen Abhängigkeiten
- Streitigkeiten zwischen Auftraggebern und -nehmern
- Vermögensaufteilung bei Scheidungen
- Erbschaften, die ganze Familien zerrütten
- schwierig verlaufende Betriebsübergaben
Zwischenmenschliche Nähe
- Familien mit ihren unzähligen Streitthemen
- Obsorgethemen
- Generationenkonflikte
- Streit am Arbeitsplatz unter Kollegen
Ist Ihr Konflikt nur schwer für Sie allein zu lösen? In einem kurzen, kostenlosen Telefongespräch klären wir vertraulich und unverbindlich, worum es geht und ob Mediation für Sie hilfreich sein kann.
Welches Verhalten verschärft Konflikte?
Zur gütlichen Regelung von Auseinandersetzungen braucht es konstruktive Gespräche, in denen jede Seite darlegen kann, worum es ihr in Wirklichkeit geht.
Menschen in scheinbar unlösbaren Konflikten machen intuitiv jene Dinge, die für eine Lösungsfindung ungünstig sind. Konstruktive Gespräche werden durch folgende weit verbreitete Irrtümer über Kommunikation und Konfliktregelung stark erschwert:
Nur einer kann Recht haben: Ich darf kein Verständnis für die andere Seite zeigen – damit stimme ich den Forderungen des anderen ja zu. Die Praxis zeigt: Jeder hat immer in seiner Sichtweise recht.
Druck hilft: Ich muss Druck aufbauen, damit die andere Seite nachgibt. Die Praxis zeigt: Druck verschärft Konflikte und verhindert oft Lösungen.
Denken in Gegensätzen: Gut oder Böse. Schwarz oder Weiß. Richtig oder Falsch. Du oder Ich. A oder B. Gewinner oder Verlierer. Die Praxis zeigt: Praktikable Lösungen vereinen die Sichtweisen von A und B – oder sind gänzlich anders als bisher für möglich gehalten..
Die besseren Argumente zählen: Ich muss einfach mehr und bessere Argumente als der andere haben. Die Praxis zeigt: Argumente helfen wenig, wenn gleichzeitig kein gegenseitiges Verständnis da ist. Die Antwort ist dann oftmals: „Ja natürlich trifft das zu, aber …“
Öffentlichkeit hilft: Ich brauche weitere Personen in meinem Umfeld, die die Richtigkeit meiner Position unterstützen. Die Praxis zeigt: Je weniger Öffentlichkeit, umso besser sind die Chancen auf eine Lösung.
Wie stark können Konflikte eskalieren?
Wo es keine Lösung gibt und auch keine ausreichende Distanz hergestellt werden kann, neigen Konflikte zum Eskalieren. Ein Wort gibt das andere, jede Aktion erzeugt eine Gegenreaktion und ein Ausstieg wird immer schwerer, weil die Fronten immer mehr verhärten.
Durch Aufbau von Druck wird versucht, die andere Konfliktpartei doch noch zum Nachgeben zu zwingen. Doch das führt in der Regel nur zu einer weiteren Verschärfung, weil das Gegenüber sich gezwungen sieht, seinerseits zu reagieren. Oftmals durchläuft die Eskalation von Konflikten eine Abfolge von Eskalationsstufen.
Es geht noch um die Sache
- Stufe 1: Meinungsverschiedenheit mit Konfliktcharakter.
- Stufe 2: Intensive Versuche mit Argumenten zu überzeugen.
- Stufe 3: Druck erzeugen durch Gesprächsabbruch und Handlungen statt Worten (Schaffen von Tatsachen).
Es geht nur mehr ums Gewinnen
- Stufe 4: Verbündete für die eigene Sache suchen und Gegner denunzieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
- Stufe 5: Öffentlichen Gesichtsverlust beim Gegner herbeiführen.
- Stufe 6: Druck erzeugen durch Drohungen.
Es geht nur mehr ums Schaden
- Stufe 7: Vorsätzliche Schädigung des Gegners, begrenzter eigener Schaden wird toleriert.
- Stufe 8: Vorsätzliche Schädigung des unterstützenden Umfelds des Gegners.
- Stufe 9: Vernichtung des Gegners ohne Rücksicht auf eigene Verluste.
Wie fühlt sich ein Konflikt auf Stufe 9 an? Lesen Sie dazu die folgende Geschichte.
Welche Konflikte können Sie nicht mehr mit Gesprächen lösen?
Konflikte ab Stufe 7 brauchen in der Regel eine Entscheidung durch Dritte (Gericht, Schiedsgericht), da sie für eine kooperative Konfliktlösungsmethode wie Mediation zu eskaliert sind.
Sie sind sich unsicher, ob Ihr Konflikt mit einer Mediation gelöst werden kann? Gerne kläre ich das mit Ihnen in einem kurzen Telefongespräch.
Welche Arten von externer Unterstützung gibt es bei Konfliktlösung?
Entscheidung durch Dritte
Wenn alle eigenen Bemühungen, einen Konflikt zu lösen, scheitern, ist die Versuchung groß, jemand anderen entscheiden zu lassen. Ein Machtwort soll gesprochen werden. Üblicherweise erfolgt das durch einen frei gewählten oder bestellten Schiedsrichter, durch Vorgesetzte oder vor Gericht.
Solche Schiedssprüche haben jedoch meist den bitteren Beigeschmack von Sieg und Niederlage. In der Praxis zeigt sich, dass Konfliktlösungen, die einen Sieger und einen Verlierer zurücklassen, oft nicht nachhaltig sind. Die Lunte glimmt weiter, der Konflikt flackert an anderer Stelle wieder auf.
Kooperative Konfliktregelung
Besser ist es, Lösungen anzustreben, die auf einer wechselseitigen Übereinkunft beruhen, in der die Bedürfnisse aller Beteiligten so weit wie möglich berücksichtigt sind. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Konfliktparteien miteinander reden und vor allem einander zuhören können. Und genau das ist oft so schwierig, besonders, wenn der Konflikt eine lange Geschichte hat oder die Positionen stark verfestigt sind.
Wo die Konfliktparteien alleine nicht weiterkommen, benötigen sie Unterstützung durch einen Dritten, der neutral und allparteilich durch die Verhandlungen führt. Diese Aufgabe übernimmt der Mediator und der Verhandlungsprozess heißt dann Mediation.
Welche Einstellung hilft bei der Lösung von Konflikten?
Mediation bedeutet ehrliches Verhandeln – klar in der Sache und zugleich empathisch mit den Menschen. Ich möchte Ihnen hier ein paar persönliche Erfahrungen aus meiner langjährigen Praxis mit Menschen am Weg zur Konfliktlösung mitgeben.
Jeder hat auf seine Weise ein bisschen Recht
Wenn einer recht hat, hat der andere automatisch unrecht. Und niemand, den ich kenne, hat gerne unrecht. Gerade in verfahrenen Konfliktsituationen geht es den Beteiligten oft darum herauszufinden, wer recht hat. Dies passiert in der Hoffnung, dass die belastende, undurchsichtige Angelegenheit damit geklärt werden kann.
Leider spielt das Leben hier nicht mit. Jeder hat immer irgendwie ein bisschen recht. Und die allerwenigsten Menschen haben in Konflikten eine absolut weiße Weste. Ein Konflikt beginnt ja in der Regel nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern entwickelt sich oft über einen langen Zeitraum – in Nachbarschaftskonflikten oder Familienkonflikten über Jahre, Jahrzehnte oder Generationen. Konflikte sind Abfolgen von Aktion und Reaktion, die ihrerseits wieder Reaktionen auslösen.
Hier den Ur-Schuldigen suchen zu wollen, ist eine fruchtlose Anstrengung. Es gelingt nicht und es ist somit sinnlos, es zu versuchen. Mediation wird nicht herausfinden, wer recht hat.
Meine Frage an die Konfliktparteien lautet: Wollen Sie recht haben, oder wollen Sie eine Lösung?
Am Ende zählen Taten und nicht Worte
Getreide wächst am Feld nicht, weil darüber gesprochen wird, welche Tätigkeiten notwendig sind. Und Brot bäckt sich nicht, indem man das Rezept vorliest. Vertrauen wächst dadurch, dass Menschen in der Wirklichkeit handeln und Vertrauenstiftendes tun.
Die Reihenfolge: Zuerst muss alles im Detail besprochen werden, dann erst wird der erste konkrete Schritt gesetzt, ist vielfach zum Scheitern verurteilt – weil schlicht das gegenseitige Vertrauen fehlt. Reden ist unverbindlich – Menschen können ein Leben lang davon reden, was die andere Seite nur tun müsste, um den Konflikt zu beenden und wie kompromissbereit sie selbst ja eigentlich sind. Die andere Seite müsste sich ja nur ein wenig bewegen.
Mediation bedeutet Vertrauen aufbauen durch Handlungen. Zug-um-Zug in kleinen Schritten. Je eskalierter der Konflikt ist, umso kleiner werden die Schritte sein.
Meine Frage an die Konfliktparteien lautet: Sind Sie bereit, konkrete Schritte zu setzen, um Vertrauen aufzubauen?
Perfekte Lösungen gibt es nicht auf dieser Welt
Menschen tun sich allgemein schwer mit Ambivalenz. Deshalb sollten Lösungen idealerweise allumfassend sein, alle Zweifel aus dem Weg räumen und die Vergangenheit ungeschehen machen. Die andere Seite erkennt aus freien Stücken, dass sie unmoralisch oder unrechtmäßig gehandelt hat und macht damit den Weg frei für eine strahlende Zukunft.
In der Theorie: Ja. In der Praxis: Nein. Sie können nicht jahrelangen Zwist in ungetrübtes Wohlgefallen auflösen. Das geht einfach nicht. Mediation bietet einen sicheren Rahmen, um konkrete Themen zu besprechen, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und Lösungen zu finden. Unterschiede in Werten, Überzeugungen, Lebensweisen etc. werden bestehen bleiben.
Meine Frage an die Konfliktparteien lautet: Ist eine unperfekte Lösung, mit der Sie aber im Wesentlichen leben können, gut genug für Sie?
Anhand der obigen Gedanken können Sie ein wenig einschätzen, was wichtig sein wird und wo Sie aktuell stehen. Und Sie bekommen auch ein Gefühl dafür, welcher Beitrag von Ihnen notwendig sein wird – und ganz genau gleich auch von der anderen Seite.
Welchen Ablauf hat eine erfolgreiche Konfliktlösung?
Stellen Sie eine Gesprächsbasis her. Alle Beteiligten sollten überzeugt sein, dass sie grundsätzlich miteinander reden können. Das sollte gemacht werden, bevor Sie über Probleme reden.
Zuerst ist es wichtig, ein klares Ziel festzulegen. Wenn nicht klar ist, was erreicht werden soll, fehlt allen Beteiligten die Möglichkeit zu prüfen, ob das Gespräch noch in die richtige Richtung geht.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen ein oder mehrere Themen besprochen werden. Ohne eine Liste konkreter Themen verlieren Gespräche die Struktur. Es sollte immer nur ein Thema nach dem anderen besprochen werden. Praxistipp: Schreiben Sie die Themen gemeinsam auf.
Zu jedem Thema gibt es Bedürfnisse, die der einen oder anderen Seite (oder beiden) wichtig sind. Diese müssen auf den Tisch: Was ist mir hier wichtig? Bedürfnisse sind nicht verhandelbar. Sie können aber mehr oder weniger (oder auch gar nicht) erfüllt werden. So ist beim Schließen von Kompromissen allen klar, worauf eine Seite und worauf die andere Seite verzichtet hat. Praxistipp: Bedürfnisse sind positiv formuliert. („Ich wünsche mir Anerkennung“ statt „Ich will nicht, dass du mich abwertest“)
Für jedes Thema gibt es in der Regel eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten, die die einzelnen Bedürfnisse mehr oder weniger befriedigen. Aus diesen Möglichkeiten kann dann eine Lösung ausgewählt werden. Praxistipp: Schreiben Sie alle Möglichkeiten (auch die unrealistischen) auf, bevor Sie darüber diskutieren, was alles geht oder nicht geht.
Die Lösungen zu den Einzelthemen werden aufeinander abgestimmt und ein Gesamtpaket geschnürt.
Wie kann ich mich mental auf eine erfolgreiche Konfliktlösung vorbereiten?
Ich empfehle Ihnen folgende kleine Geschichte vom schwarzen und vom weißen Wolf, die ich gerne den Konfliktparteien zur Vorbereitung mitgebe.
Wie kann ich konkret herausfinden, ob Mediation für mich passt?
In einer Mediation entwickeln Menschen eigenverantwortlich Lösungen für schwierige Konflikte.
Doch ist Ihr Konflikt für eine Mediation überhaupt geeignet? Nicht in jedem Konflikt ist Mediation die passende Methode. Eine konkrete Einschätzung zu Ihrem Fall erhalten Sie in einem telefonischen Klärungsgespräch. Dieses ist völlig vertraulich, unverbindlich und für Sie kostenlos.
Im Gespräch geben Sie mir einen groben Überblick über Ihre Situation und ich stelle einige Fragen zum Eskalationsgrad, zu den beteiligten Personen und Ihren persönlichen Zielen. So kann ich Ihre Situation grob einschätzen und beantworte natürlich gerne Ihre Fragen. Gemeinsam überlegen wir, ob eine Mediation für Sie passend sein könnte. Nach dem Gespräch können Sie in Ruhe überlegen, wie Sie weiter vorgehen möchten.
Sie müssen während des Gesprächs keine Entscheidungen treffen. Es hilft Ihnen aber dabei, in der Folge den für Sie passenden nächsten Schritt zu bestimmen.
Sie können auch gerne: